Samstag • 25. März
Methodisten
15. März 2017

Gemeindeschließungen machen traurig

Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner. Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit
Die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche, Rosemarie Wenner. Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

Hamburg (idea) – Auch als kleiner werdende Kirche bewirken die Methodisten vieles. Davon ist die Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK), Rosemarie Wenner (Frankfurt/Main), überzeugt. Sie hielt am 15. März in Hamburg ihren letzten Bischofsbericht vor der Zentralkonferenz. Ihr Nachfolger wird während der Tagung gewählt. Wenner zufolge gibt es bei aller Freude über lebendige Gemeinden auch viele Abbrüche und Rückgänge zu beklagen. Es mache traurig, wenn Gemeinden geschlossen würden: „Wir können nicht mehr alles tun, was wir noch vor 20 Jahren taten.“ Man wolle jedoch nicht nur Arbeiten beenden, sondern „wo immer möglich auch neue beginnen“. Um als methodistische Kirche erkennbar zu bleiben, wolle man vor allem in den Bereichen Kinder- und Jugendarbeit, Evangelisation und Gemeindeaufbau, Weltmission und Ökumene sowie in der Diakonie tätig sein. Zur Evangelisch-methodistischen Kirche gehören rund 30.100 Kirchenmitglieder in 484 Gemeinden, im Jahr 2005 waren es noch 35.400 Mitglieder in 552 Gemeinden.

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Wenner: In der Kirche gibt es Spannungen und Spaltungen

Wenner zufolge gibt es in ihrer Kirche „Spannungen, Spaltungen und Unsicherheit“. So wollten viele Mitglieder „die volle Inklusion von homosexuellen, bisexuellen und transsexuellen Menschen einschließlich der Segnung ihrer Partnerschaften und der Zulassung zur Ordination“. Andere seien der Überzeugung, „dass Sexualität nur in treuen heterosexuellen Beziehungen gelebt werden darf“. Jede Seite begründe ihre Haltung mit der Bibel. Der Bischofsrat habe dazu eine Kommission eingesetzt und eine Gebetsinitiative gestartet. Man wolle eine „Brückenkirche“ sein, die Verbindungen pflege und sich trotz Meinungsunterschieden zugetan bleibe. Für methodistische Gemeinden gebe es nicht den klar beschriebenen Weg, wie sie ihr Miteinander zu gestalten haben. Vielmehr müsse man sich vorantasten.

Die Flüchtlinge sind ein Segen

Als einen Segen bezeichnete Wenner die rund eine Million Flüchtlinge, die im Jahr 2015 nach Deutschland kamen. Viele Gemeinden engagierten sich für sie und seien dadurch multikultureller geworden. Zugleich öffneten sich dadurch neue Lernfelder, etwa wie man mehrsprachige Gottesdienste feiere oder mit unterschiedlichen kulturellen Wertesystemen konstruktiv umgehe. Man dürfe nicht der Versuchung erliegen, sich bei Krisen in kulturelle Nischen zurückzuziehen, sagte Wenner.

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