Montag • 16. September
Gespräch suchen über gesellschaftsrelevante Themen
10. September 2019

Als Christ in den Brennpunkten

Matthias Kägi, Madeleine Stäubli-Roduner, Rolf Nussbaumer: Am Puls bleiben, mitreden. Fotos: Mirjam Fisch-Köhler
Matthias Kägi, Madeleine Stäubli-Roduner, Rolf Nussbaumer: Am Puls bleiben, mitreden. Fotos: Mirjam Fisch-Köhler

Wetzikon (idea/mf) - Am 4. September lud der Verein Aktion Kirchen Zürcher Oberland ins Pfarreizentrum Wetzikon ZH ein. "Wir müssen gesellschaftsrelevante Themen aufgreifen und miteinander ins Gespräch kommen", erklärte Martin Trüb, Geschäftsführer des Vereins, der rund um den Kirchentag 2018 entstanden ist. Rund 50 Interessierte waren gekommen.

ANZEIGE

"Sprache ist eine Waffe"

Die Historikerin und Redaktorin Madeleine Stäubli-Roduner stellte klar: "Sprache ist eine scharfe Waffe!" Doch die Manipulationen in säkularen Medien würden immer öfters durchschaut. "Sie stehen im Gegensatz zu christlichen Werten", hielt sie fest. Soziale Medien könnten als Plattform für den Austausch mit Andersdenkenden genutzt werden. Dabei gelte es, das Verbindende zu suchen und authentisch zu bleiben, nicht zu moralisieren. Kirchen seien wichtig als öffentliches Gewissen, sie sollten gesellschaftliche Missstände mutig angehen, tiefer schürfen, genauer hinschauen und mediale Kampagnen hinterfragen.

"Dominanter Säkularismus"

Matthias Kägi, Lehrer, Heilpädagoge und ehrenamtlicher VBG-Mitarbeiter, hielt fest, dass sowohl die Bundesverfassung in Artikel 15 wie auch die europäische Menschenrechtskonvention das Recht garantieren, seine Weltanschauung öffentlich zu bezeugen. Lehrpersonen dürften daher zu ihrem Glauben stehen, jedoch niemanden dazu nötigen, ihn anzunehmen. "Neutralität in der Schule ist richtig und wichtig, aber dominanter Säkularismus ist nicht neutral, sondern heimliche Indoktrination", stellte er klar. Wahre Neutralität zeige sich durch Offenheit und Toleranz. Wenn er von seiner Arbeit für die VBG erzähle und dabei eine betretene Stille entstehe, halte er diese aus. Seine Bemerkung "Der Glaube ist bei uns ein Tabu-Thema, nicht wahr?" öffne jedoch oft Türen für tiefere Gespräche. Gemeinschaft sei wichtig und solle erlebbar sein. "Schliesst euch zusammen!", forderte Kägi auf.

Rolf Nussbaumer, Gründer der Schule für christliche Gesundheits- und Lebensberatung, betonte, Christen hätten den zum Teil ideologisch geprägten Methoden der Alternativmedizin etwas entgegenzusetzen. Sie bräuchten sich nicht zu verteidigen, nur weil sie nicht jedem Trend folgten. Im Übrigen sei die Abtreibung kein Menschenrecht. Entsprechend solle man zu seiner Haltung stehen. Die Gender-Ideologie sei die grösste Herausforderung für die Gesellschaft und habe fatale Folgen. Deshalb sollten Christen einander ermutigen und für die Einhaltung der göttlichen Schöpfungsordnungen beten. 

Diskutieren

Die Kommentarfunktion für diesen Beitrag ist geschlossen. Nach dem Erscheinen eines Artikels kann dieser 48 Stunden kommentiert werden.